Smash (Details)
Innere Werte
Die Kritik des Wissenschafters fällt nicht in die Rubrik der üblichen Microsoft-Beschimpfungen. Gutmann beruft sich bei seiner Analyse auf die vom Softwarekonzern publizierten Spezifikationen des neuen Betriebssystems.
Auf den ersten Blick ist die von Gutmann befürchtete Revolution gar nicht zu erkennen: Wie immer, wenn Microsoft ein neues Produkt lanciert, gibt es neue Funktionen, die die Bedienung des PC komfortabler machen. Der Schutz vor Viren und Angriffen aus dem Internet soll sich verbessern. Und natürlich gibt es auch ein optisches Facelifting. Dass die äussere Schönheit angemessene innere Werte voraussetzt, ist ebenfalls eine der Konstanten, die bisher noch jedes neue Betriebssystem begleitet haben. Vista verlangt nach einer Prozessorgeschwindigkeit von mindestens 1 Gigahertz, einem Arbeitsspeicher von 1 Gigabyte und nach 40 Gigabyte freiem Platz auf der Festplatte. Das sind zwar nur nackte Zahlen. Aber in den Ohren der Hardwarehersteller, die sich auf kommende Umsätze freuen, klingen sie wie Musik.
Insofern unterscheidet sich der Start von Vista nicht von dem seiner Vorgängerversionen seit 1985. Es ist das gleiche Rezept, das Microsoft zum grössten Softwarekonzern der Welt gemacht hat, zu einem Quasi-Monopolisten auf dem Markt der Betriebssysteme.
Obwohl Microsoft bisweilen mit umstrittenen Methoden versucht, Konkurrenten aus dem Markt zu drängen, kann jedermann Soft- und Hardware für Windows-Computer entwickeln und verkaufen - der PC war bisher ein mehr oder weniger offenes System.
NZZ Leser
Überglücklich, hat Depressionen konsumiert.
01. Februar 2007 @ 17:09 (Smash-Nr. 9146)