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«Dieses Prinzip gilt zwar theoretisch auch in Zukunft. Aber faktisch gehört es ab Dienstag der Vergangenheit an», sagt Peter Gutmann. Ursache ist die von Microsoft angestrebte Fähigkeit, die Wiedergabe von hochaufgelösten Filmen auf dem PC zu ermöglichen. Der Computer rückt damit in die Nähe der Unterhaltungselektronik.
Solche als Media Center bezeichneten Geräte kann man schon heute kaufen. Doch mit dem Übergang zu den hochauflösenden DVD-Nachfolgern HD-DVD und Blu-Ray stellt sich das Problem des Kopierschutzes ganz neu. Denn beide miteinander konkurrierenden Datenträger verfügen über einen extrem ausgeklügelten digitalen Urheberschutz, der das Kopieren der Silberscheiben verhindern soll. Dieses Digital Rights Management war eine Bedingung der amerikanischen Filmindustrie: Ohne DRM keinen Jurassic Park, keinen Harry Potter und keinen Herr der Ringe im Wohnzimmer.
Blu-Ray und HD-DVD verwenden dasselbe DRM-System. Es trägt den Namen AACS (Advanced Access Content System) und wurde unter anderem von Sony, Intel, Microsoft und den grossen Hollywoodstudios Warner Brothers und Walt Disney entwickelt.
AACS ist mehr als nur ein Kopierschutz, der lediglich das Anfertigen von Duplikaten der Datenträger verhindern würde. Das System schützt den gesamten Signalweg - von der DVD bis zum Monitor. Alle Datenleitungen einschliesslich des Kabels zum Bildschirm transportieren nur verschlüsselte Informationen. Selbst wenn ein Hacker auf die Idee käme, einen HD-DVD-Player aufzuschrauben, um irgendwo im Gewirr von Kabeln und Computerchips die Elektronik anzuzapfen, würde ihm das nichts nutzen.
Die Hersteller von HD-DVD- und Blu-Ray-Playern müssen die Sicherheit ihrer Produkte von den Rechte-Inhabern zertifizieren lassen. Gegen Gebühr erhalten sie für jedes als sicher eingestufte Gerät einen Schlüssel. Dabei handelt es sich um eine Art Geheimzahl, die das Entschlüsseln und damit die Wiedergabe der hochaufgelösten DVDs erlaubt.
NZZ Leser
Geht allen auf die Nerven, hat Zeitung konsumiert.
01. Februar 2007 @ 17:08 (Smash-Nr. 9145)