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Smash (Details)

Geheime Schlüssel


Die Zertifizierung eines DVD-Players kann jederzeit widerrufen werden, wenn sich herausstellt, dass der Kopierschutz von Hackern geknackt wurde. Davon betroffen sind sogar Geräte, die längst verkauft und in privaten Haushalten in Betrieb sind.

Möglich ist das, weil jede HD-DVD und Blu-Ray-Disk eine schwarze Liste (Blacklist) enthält, auf der alle ungültigen Schlüssel aufgeführt sind. Schiebt der Nutzer nun eine neue DVD mit aktualisierter Blacklist in seinen Player, wird dessen Geräte-Schlüssel annulliert. Dann lassen sich nur noch Audio-CD und alte DVD wiedergeben - bei HD-Medien aber bleibt der schöne Flachbildschirm ganz einfach schwarz.

Das jedenfalls sind die technischen Möglichkeiten, die Hollywood durchgesetzt hat und die in Zukunft auch für Vista-PC gelten werden. Ob sie sich in der Realität durchsetzen lassen, ist fraglich, weil damit alle Kunden geschädigt würden, nur um eine Handvoll von Raubkopierern zu stoppen.

«Der PC als offenes System war nie dazu gedacht, ein derartiges DRM zu unterstützen», sagt Peter Gutmann. Denn hier haben weder die Hardware-Hersteller noch Microsoft als Lieferant des Betriebssystems einen Einfluss darauf, wie der Nutzer seinen PC konfiguriert, welche DVD-Laufwerke und Grafikkarten er beispielsweise verwendet. Und auch die Filmindustrie kann nur zuschauen. Oder besser: Sie konnte bisher nur zuschauen. Dank Vista sitzt Hollywood jetzt aber auf dem Regiestuhl der PC-Entwicklung.

Ab sofort muss deshalb jedes Computerteil, das hochaufgelöste Inhalte in irgendeiner Form verarbeitet, zertifiziert werden. Das gilt auch für die Programme (Treiber), die zum Lesen einer HD-Disk benötigt werden, und für jede andere Software, die am Transport des Datenstroms von der DVD bis zum Monitor beteiligt ist.

Welche Folgen diese Strategie für Vista-Kunden haben könnte, hat Gutmann in einer Arbeit («A Cost Analysis of Windows Vista Content Protection») untersucht, die er im Internet veröffentlicht hat. Gutmann schildert darin Beispiele, die sich aus der Integration von AACS in Vista ergeben. So verlangt der Schutz der Urheberrechte beispielsweise, dass analoge Grafikanschlüsse deaktiviert werden, sobald eine hochaufgelöste HD-DVD abgespielt wird. Denn analoge Signale lassen sich nicht verschlüsseln. Wer also über einen teuren Monitor mit analogen Anschlüssen verfügt, kommt nicht in den Genuss hochaufgelöster Filme, genauso wenig wie die Käufer von modernen Flachbildschirmen, die noch nicht über die verlangte Verschlüsselungstechnik verfügen.

NZZ Leser

Gefangen im Nebel von Mordor, hat einen Java-Guru konsumiert.

01. Februar 2007 @ 17:07 (Smash-Nr. 9144)

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